Isotype Flugblatt, c. 1935

Isotype Flugblatt, c.1935. Erste Seite. (Otto and Marie Neurath Isotype Collection, University of Reading)

Dieses Flugblatt führte den Namen „Isotype“ und das zugehörige Symbol ein. Marie Neurath hat diesen Namen erfunden, um die „Wiener Methode der Bildstatistik“ zu ersetzen, die nach ihrer Ansiedlung in den Niederlanden im Jahr 1934 nicht mehr für Arbeiten der Kerngruppe des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums (Wien} galt.

Bei der Arbeit an einem Buch in Basic English – International picture language – folgte Marie Neurath dem Prinzip von C.K. Ogden bei der Konstruktion des Akronyms „Basic“. Sie gab zu, dass sie zu dem Namen „Isotype“ gelangt war, bevor sie sich eine passende Wortfolge überlegte, und dass sie die Lösung „International System of Typographic Picture Education“ immer als etwas unbefriedigend empfand. Nachdem Otto Neurath dem Namen zugestimmt hatte, entwarf Gerd Arntz das dazugehörige Symbol.

Auf der Rückseite dem Flugblatt sind die Organisationen aufgeführt, die hinter der Arbeit von Isotype in den Niederlanden stehen: The International Foundation for Visual Education and the Mundaneum Institute in Den Haag. Interessanterweise wird auch eine eingetragene Gesellschaft namens „N.V. Isotype i.o“ gelistet, obwohl unklar ist, ob dies jemals funktioniert hat. Vermutlich sollte dies mehr kommerzielle Arbeit leisten als die Bildungsorganisationen.

Neuraths Elephant

Brief von Otto Neurath an Mr Hunt, 18 September 1943. (Otto and Marie Neurath Isotype Collection, University of Reading; IC 1/4.)

Otto Neurath signierte seine Briefe oft mit der Zeichnung eines Elefanten, ein selbstironischer Hinweis auf seinen voluminösen Körperbau. In seiner äußerst umfangreichen Korrespondenz variierte er dieses Motiv immer wieder und zeigte auch eine große Begabung für Karikaturen. Otto Neuraths Elefanten entstanden vor Disneys Dumbo und auch vor den „Ottifanten“ des deutschen Komikers Otto Waalkes.

Gelegentlich fügte er eine ergänzende Zeichnung hinzu: Hier machte er in einem Brief an Herrn Hunt vom britischen Produktionsministerium einen isotypischen Witz über das umgekehrte Verhältnis des Gehalts zur Höhe des Sitzes eines Mitarbeiters.

Österreichische Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum, Visitenkarte, c.1956

Visitenkarte, Österreichische Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum, c.1956. (Otto and Marie Neurath Isotype Collection, University of Reading)

Das Österreichische Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum wurde um 1949 unter der Leitung von Franz Rauscher wieder gegründet. Auf dieser Visitenkarte wurde es als direkte Fortsetzung des von Otto Neurath gegründeten Museums der Zwischenkriegszeit und der Wiener Methode der Bildstatistik präsentiert. Das Museum verfügte zunächst über keinen ständigen Ausstellungsraum und war in provisorischen Büros untergebracht, wie aus der überdruckten Adressänderung ersichtlich ist. (Diese beiden ersten Adressen befanden sich in unmittelbarer Nähe zu den Büros und Werkstätten des vorherigen Museums in der Ullmanstraße im fünfzehnten Wiener Gemeindebezirk.)

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